top of page

EU-Gebäuderichtlinie EPBD: Was Ihr Unternehmen jetzt bei der Beleuchtung wissen muss

Kai Fields
2. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Sept.

EPBD 2024 (EU 2024/1275): Die novellierte EU-Gebäuderichtlinie verpflichtet Eigentümer und Betreiber von Nichtwohngebäuden ab 2027 zur Installation automatischer Beleuchtungssteuerung. Dieser Artikel erklärt, wen die Pflicht trifft, was technisch umzusetzen ist, welche Fristen gelten und wie Sie die wirtschaftlich optimale Umsetzung finden.

EPBD und Beleuchtung: Die wichtigsten Antworten auf einen Blick

Wer ist betroffen? Alle Nichtwohngebäude mit Heizungs-, Klima- oder Lüftungsanlagenleistung über 70 kW.

Was muss installiert werden? Eine automatische Beleuchtungssteuerung mit Zonierung und Belegungserkennung (Präsenzsensoren).

Bis wann? Anlagen über 290 kW: bis 31. Dezember 2027. Anlagen über 70 kW: bis 31. Dezember 2029.

Zwei Wege zur Compliance: Sensoren an bestehende Leuchten nachrüsten, oder neue energieeffiziente LED-Leuchten mit integrierter Steuerung installieren. Welcher Weg sinnvoller ist, hängt vom Zustand und Alter der Bestandsanlage ab.

Was ist die EPBD und was ändert sich 2024?

Die EPBD (Energy Performance of Buildings Directive, EU 2024/1275) ist die EU-Gebäuderichtlinie zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. In Kraft seit 28. Mai 2024. Österreich setzt die Vorgaben über die OIB-Richtlinien 6 und 7 um, Frist bis Mitte 2026.

Die entscheidende Neuerung für Betriebe: Beleuchtungstechnik wird erstmals als zentrales Pflichtgewerk zur Energieeffizienz definiert. Artikel 13 der EPBD verpflichtet Nichtwohngebäude zu automatischen Beleuchtungssteuerungssystemen.

Welche Gebäude sind betroffen?

Über 290 kW HKL-Anlagenleistung: Frist 31. Dezember 2027. Große Produktionshallen, Logistikzentren, Bürogebäude mit Zentralklimatisierung, Einkaufszentren. In der Praxis Gebäude ab ca. 3.000 m² Nutzfläche.

Über 70 kW HKL-Anlagenleistung: Frist 31. Dezember 2029. Nahezu jedes Nichtwohngebäude ab ca. 800 m² Nutzfläche. Der Schwellenwert bezieht sich auf die Klimaanlage, nicht auf die Beleuchtungsleistung.

Was muss technisch umgesetzt werden?

1. Angemessene Zonierung

Das Gebäude muss in unabhängig steuerbare Beleuchtungszonen aufgeteilt sein. Typisch: Arbeitsbereich A und B getrennt, Gang unabhängig von Arbeitsplatz, Tageslichtzone (Fensterbereiche) getrennt von rauminneren Bereichen. Nur der tatsächlich genutzte Bereich wird beleuchtet, das ist der primäre Energiesparhebel.

2. Belegungserkennung

Jede Zone braucht Präsenzsensoren, die bedarfsgerecht schalten und dimmen. Tageslichtregelung ist optional, aber empfehlenswert für maximale Einsparung.

Monitoring Pflicht?

Für die Beleuchtungssteuerung selbst nicht. Das übergeordnete Gebäudeautomationssystem (BACS) muss den Gesamtenergieverbrauch protokollieren. Für Unternehmen unter CSRD-Berichtspflicht sind messpunktfähige Systeme auf Beleuchtungsebene dennoch sinnvoll.

Zwei Wege zur EPBD-Compliance: Was ist wirtschaftlich sinnvoller?

Die EPBD schreibt eine automatische Steuerung vor, keinen Leuchtentausch. In der Praxis gibt es daher zwei Umsetzungsszenarien, deren Wirtschaftlichkeit sich je nach Bestandssituation deutlich unterscheidet.

Szenario 1: Sensoren an bestehende Leuchten nachrüsten

Bestehende Leuchten mit DALI- oder 0-10V-Schnittstelle können mit externen Präsenzsensoren und Steuermodulen ergänzt werden. Das erfüllt die EPBD-Anforderung und ist in Installationsaufwand und Investition überschaubar.

Sinnvoll wenn: Die bestehende Anlage ist jung, in gutem technischen Zustand und bereits LED-basiert. Dann ist der Eingriff minimal und die Amortisation schnell.

Weniger sinnvoll wenn: Die Bestandsanlage ist älter, konventionell (Leuchtstoffröhre, HQL) oder energetisch schwach. Dann erfüllt man die Pflicht, verschenkt aber den mit Abstand größten Einsparhebel.

Szenario 2: Neue energieeffiziente LED-Leuchten mit integrierter Steuerung

Moderne LED-Leuchten kommen mit ab Werk integrierter DALI-2-Steuerung, Präsenzsensoren und Tageslichtregelung als geprüftes Gesamtsystem. Die Investition ist höher, die Wirtschaftlichkeit aber in den meisten Fällen deutlich besser.

Energieeinsparung: Neue LED-Systeme erzielen 60 bis 80 Prozent weniger Verbrauch gegenüber konventioneller Beleuchtung, plus weitere 20 bis 40 Prozent durch die integrierte Steuerung. In Summe oft über 70 Prozent Einsparung gegenüber dem Ausgangszustand.

Installationsaufwand nur einmal: Planung, Elektriker, Gerüst und Koordination fallen ohnehin an. Wer diesen Aufwand trägt und gleichzeitig neue Leuchten installiert, trägt die Kosten einmal statt zweimal.

Klare Produkthaftung: Neue Leuchten kommen als CE-geprüftes Gesamtsystem mit voller Herstellergarantie. Das ist die saubere, technisch eindeutige Lösung.

Fazit: Wirtschaftlichkeit entscheidet

effcon analysiert Ihre Bestandsanlage und erstellt für beide Szenarien eine konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Investitionskosten, Energieeinsparung, Amortisationszeitraum und CO2-Bilanz. Erst dann lässt sich fundiert entscheiden, welcher Weg für Ihr Gebäude der richtige ist.

Warum jetzt planen?

Bis Ende 2027 sind es für Betriebe über 290 kW keine zwei Jahre mehr. Planung, Ausschreibung, Beauftragung und Installation dauern in größeren Gebäuden 12 bis 18 Monate. Wer 2026 noch nicht begonnen hat zu planen, riskiert Zeitdruck und höhere Kosten.

Technische Standards

DALI-2 (IEC 62386): Aktueller Industriestandard. Jede Leuchte digital adressierbar, Zonierung softwareseitig, bidirektionale Kommunikation mit Gerätestatus-Rückmeldung.

0-10V: Bewährtes Analogprotokoll für einfachere Anforderungen. Günstig, robust und weit verbreitet in Bestandsgebäuden.

effcon: Herstellerunabhängige Beratung für die optimale EPBD-Lösung

effcon GmbH plant und realisiert EPBD-konforme Beleuchtungslösungen für B2B-Kunden in Österreich, herstellerunabhängig und auf Basis einer ehrlichen Wirtschaftlichkeitsrechnung. Mit über 1.000 abgeschlossenen Projekten in Industrie, Logistik, Büro, Handel und Sonderbereichen kennen wir beide Szenarien aus der Praxis.

Referenzkunden: Rosenbauer, Mondi, RECA Kellner & Kunz, Vöslauer, Fundermax und über 100 weitere österreichische Unternehmen.

Unsere Leistungen: Bestandsanalyse, EPBD-konforme Lichtplanung mit Zonierung und Sensorik, Wirtschaftlichkeitsvergleich beider Szenarien, Lieferung und Installation, vollständige Projektdokumentation.

Kostenlose EPBD-Erstberatung

Sind Sie betroffen? Welcher Weg ist für Ihr Gebäude der wirtschaftlich sinnvollere? effcon beantwortet diese Fragen kostenlos und unverbindlich, mit konkreten Zahlen für Ihr Projekt. Kein Verkaufsdruck. Keine Produktbindung.

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page